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"Dämmstoffstärken WDVS", ein paar kritische Gedanken von Alfred Jauernig,

 Assistent der Geschäftsführung

 

Die nachfolgenden Zeilen befassen sich mit der "richtigen" Dämmstoffstärke bei der nachträglichen Dämmung von Altbauten. Dies ist nicht übertragbar auf die Errichtung neuer Gebäude, einer kompletten Modernisierung bzw. Sanierung!

 

Wenn ein älteres Bauwerk, wie ein Einfamilien- oder Reihenhaus, mit einem Wärmedämm-Verbundsystem versehen werden soll, stellt sich für den Bauherrn häufig die Frage: "Wie dick muss der Dämmstoff eigentlich sein, der angebracht wird?"

 

Nun ist es aber in Deutschland nicht so, dass jeder selbst entscheiden kann, welchen Dämmstoff er klebt.

Die Energieeinsparverordnung schreibt vor, dass nach einer nachträglichen Außenwanddämmung ein bestimmter Wert ("U-Wert", angegeben im Watt pro m²·K) nicht überschritten werden darf. Und bei Zuwiderhandlung drohen dem Bauherren eventuell sogar Bußgelder und zivilrechtliche Forderungen. 

 

Diese geforderten Dämmwerte werden typischerweise mit Dämmstoffstärken von 160 mm erreicht. Jedenfalls bei den üblicherweise eingesetzten Dämmstoffen der Wärmeleitgruppe 035. Bei besserem oder schlechteren Dämmstoff der Wärmeleitgruppe 032 oder 040 dürfen es dann auch mal 2 cm weniger oder mehr sein.

 

Aber ist diese dicke Dämmung wirklich in jedem Fall sinnvoll?

 

Fachleute rechnen es einem vor:

Typischer Altbau der 60er-Jahre mit einem U-Wert von 1,4 W/m²·K

Dämmung WLG 040 Dämmstoffstärke 80 mm:

theoretische mögliche Energieeinsparung rund 10 Liter Heizöl pro m² pro Jahr.

Theoretisch. Ich persönlich weiß nicht, ob man tatsächlich diese 10 Liter Ersparnis erreicht.

Kommt natürlich auch auf das persönliche Heiz- und Lüftungsverhalten an.

Oder auf das Wetter. Diese Modellrechnungen legen wohl ein "Standardklima" zugrunde.

Darauf kommt es aber auch nicht an. Wichtig ist mir dabei etwas anderes.

 

Wenn nämlich vergleichsweise das gleiche Rechenmodell mit einer doppelt so starken Dämmung gerechnet wird, also mit 160 mm Dämmstoffstärke, könnte man ja meinen, dann spart man auch das doppelte?

Nein. Bei einer Verdoppelung der Dämmstoffstärke spart man nicht weitere 10 Liter pro m², sondern nicht einmal 2 Liter pro m². Sagen die Fachleute. Wer es nicht glaubt, sollte seine Suchmaschine im Internet bemühen. Es gibt zahlreiche Beispielrechnungen dazu.

 

Nun ist die Ersparnis bei Montage eines dünneren Dämmstoffs zwar vorhanden, aber nicht so hoch wie man eigentlich glaubt. Denn hier geht es nur um den Dämmstoff. Den Untergrund vorbereiten, die Armierung, Oberputz usw., diese Kosten bleiben gleich. Ob nun dickerer oder dünnerer Dämmstoff geklebt wird. Die Ersparnis beim Dämmstoff und den kürzeren Dübeln (zwischen 160 und 80 mm) wird ungefähr 10,00 Euro pro m² ausmachen.

 

Es geht hierbei aber um die eventuellen Folgekosten. Wenn der Dachüberstand nicht ausreicht, um dickeren Dämmstoff noch drunterzusetzen. Wenn die Zufahrt oder ein Durchgang sonst zu schmal wird oder der Balkon so klein, dass man ihn nicht mehr richtig nutzen kann. Oder wenn man weiterhin Fenster haben will, durch die auch Licht einfällt und keine dunklen "Schießscharten". In vielen Fällen würde dem Kunden die Dämmwirkung einer geringeren Dämmstoffstärke ausreichen. Aber man darf nicht, weil die Energieeinsparverordnung dagegen ist.

 

Aber: Darf man wirklich nicht? So ganz dogmatisch muss man das nicht sehen. Für den Eigentümer gibt es durchaus die Möglichkeit, sich an das zuständige Bauamt zu wenden und die "Befreiung von den Auflagen der EnEV aus wirtschaftlichen Gründen" zu beantragen. Die wird erfahrungsgemäß genehmigt. Weil eine dünnere Dämmung ja wesentlich besser ist als gar keine Dämmung. Auf den Bauämtern sitzen Fachleute, die wissen das.

 

Abschließend möchte ich an dieser Stelle noch sagen, dass ich mich damit nicht gegen vernünftige Dämmstoffstärken aussprechen will. Wenn die Möglichkeit besteht, der EnEV entsprechende Dämmstoffstärken zu montieren, dann sollten Sie das auch so machen. Es geht mir darum, wenn Sie ihre Immobilie eigentlich dämmen wollen und das Hindernis darin besteht, dass zu dicke Dämmungen vorgeschrieben sind, die einfach nicht passen. Hierzu sollten sie wissen, dass es auf Antrag möglich ist, die Dämmstoffstärke zu reduzieren. Eventuell, wie die Beispielrechnungen von Fachleuten aussagen, nur halb so dick dämmen aber trotzdem ungefähr 80 % des Einspareffekts erzielen!

 

Aber beachten Sie bitte: den entsprechenden Antrag kann nach unserem Wissenstand nur der Eigentümer der Immobilie stellen!

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