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"Kosten WDVS", ein paar Gedanken von Alfred Jauernig, Assistent der Geschäftsführung

 

Stand: Februar 2018

 

Wenn Sie jemanden fragen, was so ein Wärmedämm-Verbundsystem eigentlich kostet, werden Sie die unterschiedlichsten Antworten erhalten. Diese Antworten starten bei "20 Euro pro Quadratmeter" und reichen bis in utopisch hohe Bereiche von 250 Euro und mehr. Und vor allen Dingen: "Ein bisschen Recht hat a jeder" - um es mal bayerisch auszudrücken. Wie kommt das?

 

Der mit "20 Euro" meint eben nur das reine Kleben von ungefähr 8 bis 10 cm dicken Dämmstoff. Ohne Untergrundvorbehandlung, ohne Grundierung, ohne Gerüst und ohne Mehrwertsteuer. Nach Armierung und Oberputz wurde ja auch nicht gefragt. Aber er hat natürlich erstmal das Interesse des Kunden geweckt. Wer spart denn nicht gern? Und das klingt doch billig!

 

Naturgemäß bin ich hier im Büro einer der ersten, der von Interessenten gefragt wird, was so ein Wärmedämm-Verbundsystem eigentlich kostet. Und man hört schon häufig den Hintergedanken: "So teuer kann das ja wohl nicht sein. Die kleben doch nur Styropor. Das ist doch das gleiche Zeug, dass ich neulich bei der Lieferung von dem neuen Kühlschrank oder Fernseher bergeweise weggeschmissen habe".

 

Was kostet also eine nachträgliche Dämmung an einem Haus: 

 

Zuerst einmal muss der Untergrund vorbehandelt und gereinigt werden, bei alten Fassaden häufig im Hochdruck-Sprühverfahren

1,80 bis 4,50 € / m² 

Eine Grundierung ist in vielen Fällen auch notwendig, je nach notwendigem Grundiermittel

ca. 3,00 bis 4,00 € / m²

Dämmstoff kleben, Polystyrol in Fachverbandsqualität, abgelagert, damit kein Schwund der Platten mehr auftritt, der "Schüsseleffekte" und Risse begünstigt, beispielsweise Dämmstoffstärke 160 mm, Wärmeleitgruppe WLG035, denn man kann ja nicht kleben was man so will - die EnEV (Energieeinsparverordnung) muss ja erfüllt werden

abhängig von Gebäudegröße und Schwierigkeit ca. 30,00 bis 35,00 € /m²

bei Untergründen, die nicht neu, sondern bereits gestrichen, beschichtet oder angegriffen sind, wird zur Sicherheit gedübelt

typischer Preis für 6 Dübel / m² bei üblicher Dübellänge ca. 15,00 € / m²

eine Armierung mit Gewebeeinlage und üblicher weißer Putz in Kornstärke von 2 - 3 mm

ca. 30,00 bis 35,00 € / m²

Farbanstrich, je nachdem ob weiß, getönt oder kräftig farbig

typischerweise ca. 10,00  bis 15,00 € /  m²

 

Vor allen Dingen sehen Sie hieran eines: Es kommt auf den Einzelfall an!

 

Der Gesamtpreis unserer Beispielrechnung reicht von ca. 72,00 Euro (ohne Grundierung, ohne Dübelung, einfach weiß gestrichen) bis ca. 110,00 Euro pro m² in schwierigen Fällen.

 

Wenn wir jetzt einmal von dem rechnerisch mittleren Preis von ~90,00 Euro / m² ausgehen, so müssen Sie jedoch bedenken, dass der Maler nicht fliegen kann, dass die Nachbarn nörgeln und das der Staat seinen Anteil verlangt!

 

Also realistisch:

rechnerisch mittlerer Preis 90,00 € / m²

Gerüstkosten 10,00 € / m²

 Gerüstnetze gegen übermäßige Schmutzbelästigung des Nachbarn   4,00 € / m²

dazu noch die Mehrwertsteuer auf  das Ganze 19,76 €/  m²

 

Summe 123,76 € / m²

 

Kommen wir damit zu den Punkten, warum man auf einer Internetseite nicht global sagen kann, welche Kosten entstehen. Im Erd- und Spritzwasserbereich, also am Sockel und an Balkonplatten, müssen spezielle, geeignete Dämmplatten verwendet werden. Mit speziellem Kleber und zusätzlich gestrichenem Spritzwasserschutz. Dies kann man nur im Einzelfall planen und die Kosten errechnen. Das gleiche gilt für Eckwinkel an den Gebäudeecken, Dichtbänder, Anschlussleisten und Abschlussecken der Fenster sowie Sockelschienen, Abschlussprofile, Brandriegel und neue Außenfensterbänke.

 

Aus der Erfahrung heraus kann hier durchaus nochmal ein Aufwand - verteilt man ihn auf die ganze Fläche - von 10,00 bis 20,00 Euro pro m² fällig werden könnten. Nochmals gesagt, es handelt sich hierbei um Erfahrungswerte, zu denen im Einzelfall durchaus Abweichungen möglich sind.

 

Theoretisch am billigsten wird es bei einem eingeschossigen fensterlosen Haus. Okay, will keiner und hat auch niemand. Und theoretisch teuer ist die rückwärtige Fassade eines Reihenhauses ohne Hofzugang, wenn das gesamte Material durch das Haus getragen werden muss. Ein solches Haus hat aber wiederum meistens nicht sehr viel m² Fassadenfläche.

 

Bleiben wir bei der Theorie:

 

 Reihenmittelhaus 5 m breit, 6 m hoch, vorne und hinten dämmen, von ca. 9.000,00 bis ca 15.000 Euro

 

"normales" kleines Einfamilienhaus, ca. 200 m² Fassadenfläche, von ca. 25.000,00 bis 33.000,00 Euro

 

Nochmals: Dies sind theoretische Werte als erster Anhalt für: "Was kann sowas kosten?"

Abweichungen sind möglich. 

 

... und kommen zu der wichtigen Frage, die häufig gestellt werden:

 

Lohnt sich das? Wann kriege ich das über die Heizkosten amortisiert?

 

Ehrliche Antwort (und eine private Meinungsäußerung):

Rein finanziell, wenn Sie NUR die Heizkosten betrachten, dauert es sehr lang, bis sich sowas amortisiert.

 

Aber Sie erhalten damit noch viel mehr als "nur" geringere Heizkosten:

 

   Eine neue Fassade im neuen Look.

   Ein besseres Raumklima.

   Keine kalten Wände mehr - und im Sommer weniger Aufheizung des Gebäudes.